Gefährlicher Wandern mit Wilhelm Grimm
Das Wandern ist ein Leitthema der Grimmschen Märchen. Und ein Leitthema der Romantik. Grund genug für die Wilhelm Grimm (Stefan Becker) sich dieses Themas anzunehmen und auf launige und informative Weise zu durchleuchten.
So gibt es einen Parforceritt durch die Romantik, es wird Novalis und auch Petrarca zitiert, der schon 1338 den Mont Ventoux bestieg und damit den ersten literarischen Text zur „zweckfreien“ Wanderung vorstellte und auch den Romantikern den Weg zur inneren Wanderung vorgab. Es entdeckt sich, dass sowohl Goethe wie auch Jacob Grimm den Gotthard erstiegen. Wilhelm anstatt zu wandern, jungen Damen bei Flötenspiel und Gesang Märchen vortrug und so sie zum Schwärmen brachte, Jacob fast ganz Europa bereiste und Wilhelm nur in den Weinbergen so richtig in Schwung kam. In Neapel war es Jacob übrigens zu laut, es gab zu viel Müll und abends wurde immer geschossen.
Die Brüder Grimm haben aber auch jede Menge Tipps parat, die zum gefährlichen Wandern führen: Kein GPS für Hänsel und Gretel, Nettigkeiten für kleine graue Männlein, keine kleinen Hexenhäuslein auslassen, nie mit grimmigen Schustern wandern, guten Mutes auf Riesen zu gehen und so weiter. Das absolute Muss für alle, die das Wandern lieben.
